Rekrutierung von Pflegepersonal aus dem Ausland stockt wegen Corona 

 

 

Rekrutierung von Pflegepersonal aus dem Ausland stockt. Welche Auswirkungen und Folgen hat die Corona Pandemie auf ausländische Pflegekräfte und das deutsche Pflegesystem?

 

Pflegepersonalmangel in Deutschland dank Covid-19. Das deutsche Pflegesystem war bereits stark vorbelastet. Doch seit dem Ausbruch der Corona Pandemie ist Deutschland besonders von ausländischen Pflegekräften abhängig. Allerdings gestaltet sich die Rekrutierung aus dem Ausland derzeit nicht so leicht. Im folgenden Artikel erklären wir dir vor welchen Herausforderungen das Pflegepersonal aus dem Ausland und das deutsche Pflegesystem während der Pandemie gestellt werden.

 

Warum suchen deutsche Pflegeheime und ambulante Pflegedienste nach Pflegepersonal aus dem Ausland?

Etwa 3,7 Millionen Menschen in Deutschland beziehen Leistungen der Pflegeversicherung. Davon lebten Ende 2018 lediglich 800.000 in stationären Pflegeeinrichtung. Der restliche Teil wird zu Hause von Angehörigen oder Pflegediensten gepflegt.

Allerdings leidet die Pflegebranche aufgrund der Überalterung der Gesellschaft an einem akuten Fachkräftemangel. Auch wenn die Bundesregierung viele Maßnahmen mit Erfolg durchführt den Beruf des Kranken- und Altenpflegers attraktiver zu gestalten, muss die deutsche Pflegebranche auf Pflegepersonal aus dem Ausland zurückgreifen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die meisten Pflegefachkräfte stammen dabei aus Osteuropa.

 

2019 - Gesundheitsminister Jens Spahn wirbt für Pflegekräfte aus dem Ausland

Um die Personalsituation in der deutschen Pflege zu verbessern, folgte Jens Spahn im letzten Jahr den Plan ausländische Pflegefachkräfte aus Mexiko und den Philippinen zu rekrutieren.

Dabei hält sich die internationale Rekrutierung stets an den Verhaltenskodex der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dieser bestimmt, dass grundsätzlich nur Pflegefachkräfte aus Ländern angeworben werden, in denen selbst ein Überschuss an Fachkräften herrscht und grundsätzlich die Bevölkerung im Schnitt jung ist. Somit wird ein Fachkräftemangel in den Partnerländern verhindert. Beispielsweise ist dies in Mexico und auf den Philippinen der Fall.

Mexikanische und philippinische Pflegefachkräfte verfügen über eine gute Pflegefachausbildung und eine kulturelle Nähe zu Deutschland. Beide Länder haben Deutschland das offizielle Einverständnis gegeben, Pflegepersonal aus dem Ausland anzuwerben.

Um eine Rekrutierung aus dem Ausland zu vereinfachen, wurde 2019 die Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) ins Leben gerufen. Die vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierte Agentur kümmert sich um Visa, Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis und Berufsanerkennung des Pflegepersonals aus dem Ausland. Somit soll den ausländischen Pflegefachkräften die Möglichkeit gegeben werden binnen sechs Monate in Deutschland arbeiten zu können. Im letzten Quartal des Jahres 2019 konnte die DeFa bereits 1300 Anträge auf Vermittlung abschließen und somit das Rekrutierungsverfahren aus dem Ausland enorm beschleunigen.

Die DeFa kann jeder nutzen, der auf der Suche nach Pflegefachkräften ist (Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen etc.). Die Verwaltungskosten liegen dabei pro Einzelfall bei 350€.

Aufgrund des Corona-Lockdowns im April musste die Pflegepersonalrekrutierung aus dem internationalen Raum jedoch gestoppt werden. Ein großer Einbruch, da sich der Personalmangel in der Pflegebranche in Zeiten von COVID-19 verschärft hat. Laut des Gesundheitsministers wurden alle Maßnahmen zur Rekrutierung wegen der Corona-Pandemie „auf unbestimmte Zeit unterbrochen“. Sobald das Ende der Pandemie absehbar sei, plant Spahn eine größere Zahl an internationalen Pflegekräften nach Deutschland einreisen zu lassen und ihnen schnellstmöglich eine Tätigkeit zu gewähren.

 

Corona-Pandemie im April – Welche Einschränkungen gab es für das Pflegepersonal aus dem Ausland?

Den Geburtstag im Kreis der Familie feiern fiel für Aleksandra W. diesen April aus. Die gebürtige 60-jährige Polin blieb stattdessen in Duisburg bei einer Seniorin, welche sie als Pflegekraft betreut.

Aleksandras größter Wunsch war es über Ihren Geburtstag ihre Familie in Polen zu besuchen. Allerdings hatte sie Angst anschließend nicht mehr nach Deutschland einreisen zu können, da ihr in Polen eine Quarantäne bevorstand. Eine schnelle Rückreise und ein geregelter Arbeitsablauf waren somit für ausländische Pflegekräfte nicht immer möglich.

Da Polen und Deutschland weniger stark von dem Corona-Virus betroffen sind, können EU-Staatsangehörige laut Auswärtigem Amt wieder uneingeschränkt einreisen. Ein negativer COVID-19-Test ist somit in beiden Fällen nicht notwendig. Trotzdem ist es von großer Relevanz sich vor einer Ein- oder Ausreise stetig über aktuelle veröffentlichte Zahlen zu informieren, besonders in der anstehenden Winter- und Grippesaison.

 

Stand heute – Rekrutierung aus dem Ausland scheitert / Was hindert ausländische Pflegekräfte an der Einreise und dem Arbeiten nach und in Deutschland?

Aleksandra aus Polen ist eine von vielen osteuropäischen Pflegekräften, welche derzeit mit einer großen Ungewissheit leben muss. Einige ihrer Kollegen und Kolleginnen sind aus Angst ihre Familie auf unbestimmte Zeit nicht sehen zu können zurück in ihr Heimatland gereist. Zudem kommen fast täglich neue Beschränkungen auf das Pflegepersonal aus dem Ausland zu wie teils abgeriegelte Grenzen, Transportbeschränkungen und Quarantänebestimmungen. Niemand weiß derzeit, wie es weitergeht. Eine große psychische Belastung für ausländische Pflegekräfte und deren Angehörige.

Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung ist zwischen 2012 und 2017 die Zahl an Pflegekräften aus dem Ausland um mehr als das Fünffache gewachsen. Ein positives Zeichen für das deutsche Pflegesystem.

Und obwohl der deutsche Arbeitsmarkt für ausländische Pflegekräfte attraktiv scheint aufgrund der sicheren Beschäftigung mit einem für sie durchschnittlich hohem Gehalt, entscheiden sich immer mehr zugewanderte Pflegekräfte für eine Rückreise in ihr Heimatland. Aber warum?

Zum einen kommt es seitens des Pflegepersonals aus dem Ausland sowie seitens der Einrichtungen zu unrealistischen Erwartungen aufgrund mangelnder Informationen. Die Erwartungen der beiden Parteien stimmen oftmals nicht überein. Beispielsweise werden ausländische Pflegekräfte mit anderen Arbeitsbedingungen als in ihrem Heimatland konfrontiert. Häufiger sind Pflegekräfte aus dem Ausland gewohnt Management-Aufgaben zu übernehmen. Aufgaben in der Grundpflege werden dort überwiegend von Anfängern, Hilfskräften und Angehörigen übernommen. Somit kommt es leider wiederholt zu einer Kündigung und folgend einer Rückreise.

Zum anderen haben deutsche Pflegekräfte eine besondere duale Ausbildung genossen, sprich eine schulische und praktische Ausbildung. Im Ausland ist diese eher theoretischer Natur, was zu einer fehlenden Praxis der ausländischen Pflegekräfte führt.

Jedoch liegt es auch zum Teil an der fehlenden Erfahrung der Einrichtungen. Einige Arbeitgeber haben Schwierigkeiten das Pflegepersonal aus dem Ausland einzuarbeiten. Im schlechtesten Fall werden diese überhaupt nicht eingearbeitet und sind sich im Arbeitsalltag selbst überlassen.

Des Weiteren kann es zu Konflikten zwischen ausländischen Pflegekräften und Arbeitgeber sowie Kollegen kommen. Kulturelle Unterschiede, fehlende Integration oder eine Sprachbarriere können diese auslösen.

Zuletzt darf ein oft unterschätzter persönlicher Aspekt nicht fehlen: Das klassische Heimweh und die Sehnsucht nach den Angehörigen. In vielen ausländischen Kulturen, wie in Osteuropa oder auf den Philippen, stellt die Familie den absoluten Rückhalt dar und hat einen noch höheren Stellenwert als in der deutschen Kultur.

Personalmangel in der Pflege weiterhin aktuell – medpool setzt auf Minijobber

Auch jetzt ist keine deutliche Besserung im Hinblick auf den Fachkräftemangel in der deutschen Pflegebranche in Sicht. Gesundheitsminister Spahn entschied sich aufgrund des Corona-Virus gegen weitere Anwerbung von ausländischem Pflegepersonal. Die Rekrutierung geriet ins Stocken. Zudem existieren weiterhin verschiedenste Probleme seitens des in Deutschland arbeitenden ausländischem Pflegepersonals. Viele Pflegekräfte aus dem Ausland kehren nach kurzer Zeit wieder zurück.

Das deutsche Pflegesystem steht vor einer riesigen Herausforderung und das Ende der Krise ist noch nicht abzusehen. medpool möchte und muss das Pflegesystem unterstützen. Wir handeln und wirken gegen die Corona- und Pflegekrise. Entgegen des Personalmangels bieten wir dir zahlreiche Möglichkeiten als Minijobber in der Pflege zu beginnen. Denn Gesundheits- und Altenpfleger werden derzeit besonders aufgrund der Corona-Pandemie gefordert und brauchen deine Unterstützung. Wenn du also Student oder Teilzeit beschäftigt, einfühlsam und auf der Suche nach einem systemrelevanten und sicheren Nebenjob bist - Dann bewirb dich gleich heute für eine Aushilfsstelle in der Pflege, direkt hier bei medpool. Wir bieten dir neben einem übertariflichen Gehalt und vielen Social Benefits, ein zusätzliches Fahrticket für den öffentlichen Nahverkehr, um kostenfrei zu deinem Arbeitsplatz zu kommen. Wir freuen uns auf dich!

 

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